Bilder aus der Geschichte des Dorfes Sensweiler

von Albert Molz

 

„Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, der froh von ihren Taten, ihrer Größe, den Hörer unterhält, und, still sich freuend, ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht.“ Mit diesem Wort aus dem Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“ hat Goethe auf die innere Befriedigung hingewiesen, die eine Beschäftigung mit der Vergangenheit dem Erzähler und den Hörern vermittelt. In einem weiteren Wort hat er zugleich die Menschen der Gegenwart daran erinnert, dass auch sie einmal Väter und Großväter sein werden, die unsere heutige Gegenwart betreffen. Er sagt:“ Eine Chronik schreibt nur der, dem seine Gegenwart wertvoll erscheint.“ So ergeben sich aus den beiden Worten Goethes zwei Aufgaben für den Erzähler: rückwärtsblickend aus früheren Zeiten zu berichten, zu erhalten, zu überliefern und vorwärtsblickend als Chronist das Leben der Gegenwart aufzuzeichnen, um es vor dem Vergessen werden zu bewahren. Wie notwendig es ist, eine Chronik zu schreiben, das erfährt der Berichter dann, wenn er versucht, aus der Vergangenheit zu erzählen. Wie rasch ist in unserer schnelllebigen Zeit ein wichtiges Ereignis vergessen oder verfällt unrichtiger Darstellung schon nach wenigen Jahren! Wie selten sind die Menschen, die noch Sinn für das Vergangene haben und berichten können aus der Zeit der „Alten“, die „so und so schon gesagt haben“; aber auch wie dankbar muss man auch mitunter denen sein, die aus einem guten Gedächtnis und oft mit verblüffender Sicherheit zu sagen wissen, wie dieses und jenes Ereignis gewesen ist.

 

Wenn zum Jubiläum des Sportverein Sensweiler für Einheimische und Gäste etwas aus der Geschichte des Dorfes zu schreiben ist, dann bedeutet das für den Erzähler eine doppelte Einschränkung: der zur Verfügung stehende Raum erlaubt nicht eine geschlossene Darstellung dessen zu bringen, was im Laufe der Jahrhunderte „aufgeschichtet“ und darum als „Geschichte“ überliefert wurde. Das gilt vor allem für die über den dörflichen Rahmen hinausgehende Geschichte der Kleinstaaten des Mittelalters, zu denen unser Dorf gehörte. Hierüber soll nur das berichtet werden, was für die Vergangenheit des Dorfes wesentlich und schicksalsbestimmend war. Aber auch über den Ort selbst kann in einer Festschrift nicht alles gesagt werden, das muss einer besonderen ausführlichen Dorfchronik vorbehalten bleiben.

 

Jede Darstellung der Vergangenheit muss aus vielen Quellen mühsam zusammengetragen werden. Die Archive enthalten meist nur einzelne gerettete Urkunden, selten Belege für längeren Zeiträume, schriftliche Aufzeichnungen im Dorf sind längst der „Entrümpelung“ zum Opfer gefallen; die alte Schulchronik mit den Berichten mehrerer Lehrergenerationen über wichtige Ereignisse ist nicht mehr vorhanden und soll nach mündlichen Überlieferung während des Krieges in eine Altpapiersammlung geraten sein, die in dieser Zeit üblich waren und anscheinend für wertvoller gehalten wurden als die Zeugnisse der Vergangenheit. Was sie enthielt, ist für immer verloren und kann wegen der Unsicherheit mündlicher Überlieferung kaum noch einmal zuverlässig zusammengetragen werden. So muss jede Darstellung der Dorfgeschichte für einen längeren Abschnitt lückenhaft bleiben. Weiter Quellen ergeben sich aus alten Flur- und Waldnamen, aus Kirchenbüchern, Urkunde der Standesämter und für die frühesten Zeiten aus dürftigen Bodenfunden.

 

Diese Quellen sollen hier zu Wort kommen, um in Einzelbildern zu sichern, was noch vorhanden ist. Im Sinne der beiden eingangs erwähnten Worte Goethes hält der Verfasser dieser Dorfgeschichte es für notwendig und berechtigt, die Mahnung auszusprechen: nehmt Euch die Zeit und schreibt eigene Haus- und Familienchroniken, tragt darin alles Wichtige ein, was für die Zukunft wertvoll ist.

 

Landschaftliche Siedlungsbedingungen unseres Dorfes

Alle menschlichen Siedlungen sind abhängig und haben ihr Gepräge von den Bedingungen, die die Heimaterde ihnen bietet. Der Mensch der Ebene, auf fruchtbarem Boden, an Flüssen, am Meer, an verkehrsgünstigen Plätzen, mit reichen und wertvollen Bodenschätzen begütert, wird anders bauen, leben und wirken als der Siedler in ungünstigen Gebieten: im Gebirge auf magere Böden, ohne Bodenschätze, unter ungünstigen Verkehrsbedingungen. Weiter werden die Unterschiede im Klima immer von Einfluss bleiben auf seine Arbeit. Von allen diesen unabänderlichen Verhältnissen hängt auch die Siedlungsdichte ab. Wenden wir diese Bedingungen auf unsere engere und weitere Heimat an, so erkennen wir, dass mit wenig Ausnahmen fast nur ungünstige Verhältnisse vorliegen. Sie ergeben sich aus der Form der Landschaft, in der wir leben. Darum soll in dieser Dorfgeschichte einmal versucht werden, das Schicksal unseres Dorfes aus seiner Umwelt zu sehen und zu deuten.

 

Ein Blick vom Hauel zeigt uns einen Ring bewaldeter Bergrücken. Vom Erbeskopf her zieht sich auf der Nordseite des Idarwald nach Nordosten bis hin in die Gegend von Rhaunen; seine höchsten Erhebungen liegen alle über 700 m über dem Meeresspiegel, „an den zwei Steinen“ werden 765m erreicht. Nach Süden zeigt sich dem Blick einer Bergkette, die ebenfalls am Erbeskopf beginnt, sich jenseits des Idarbaches erstreckt, ins Tal bei Katzenloch abfällt, dann wieder zur Wildenburg aufsteigt und über die Mörschieder Borr ins Fischbachtal fällt. Er hat keinen einheitlichen Namen, man nennt nur die einzelnen Erhebungen, z.B. Pannenfels, Ringskopf, Silberich, Schanz, Sandkopf, Wildenburg, Borr. Die Bezeichnung „Herrsteiner Gebirge“ führt zu weit abseits; der neuerdings gebrauchte Namen „Wildenburgrücken“ kann irreführend auf den Abschnitt Idarbach-Fischbach gedeutet werden. Die Heimatforschung zieht darum die Bezeichnung „Birkenfelder Hochwald“ oder „-höhe“ vor, weil die Bergkette in ihrer ganzen Länge entlang der alten Birkenfelder Landesgrenze verläuft.

 

Zwischen beiden Höhenzügen liegt ein breite Mulde, die an der „Hängenden Birke“ mit 715m beginnt, sich nach NO erstreckt und bei Rhaunen (320m) und bei Hausen (300m) enger werden ausläuft. Zwischen Kempfeld und Bruchweiler ist die Mulde durch einen Querrücken zum Idarwald hin abgeriegelt und unterteilt, so dass vom Hauel aus gesehen für unsere Gegend die Mulde abgeschlossen erscheint. Von der Idarbrücken an ist sie bis Katzenloch durchflossen vom Idarbach, der dann den Höhenzug in einer engen Schlucht durchbricht und sich zur Nahe wendet. Auf der rechten Talseite des Idarbaches liegen keine Dörfer, es sind auch keine ausgeprägten Seitentäler und größeren Bäche vorhanden. Die linke Seite ist dagegen durch vier Quertäler und Zuflüsse: Hochbach, Gladenbach, Steinbach und Allenbach in fünf Abschnitte zerlegt. Am schärfsten markiert ist das Gladenbachtal, das im Krahloch eine steile Schlucht und damit einen landschaftlich herrlichen Punkt bildet. Das Dorf Allenbach liegt noch in der Mulde des Idarbaches, dann folgen auf den höher liegenden Hängen die vier „Weiler“  Dörfer des Kreis Bernkastel: Wirschweiler, Sensweiler, Langweiler, Bruchweiler und am Ostrand Kempfeld.

 

Zwischen den Seitentälern des Idarbaches liegt das Siedlungsland unserer Dörfer, teils in flachen und wenig fallenden Ebenen, teils in steilen Hängen zum Idartal abfallend. Die Gemarkung Wirschweiler fällt nur südseitig ab, ebenso Langweiler nur einseitig zum Steinbachtal hin, ausgeprägt flach liegend die Gemarkung Bruchweiler und Kempfeld. Unser Dorf macht eine Ausnahme. Vom oberen Gladenbach an erstreckt sich dorfwärts eine flache Stufe, die westlich des Dorfes noch breit ist, dann schmäler in Richtung Hauel-Wann mit wenig Gefälle verläuft. Einige Höhenangaben machen das deutlich: Sportplatz 520m, Westeingang 500m, neue Schule 510m, Randweg zum Brühl etwa 503m, Kirche 510m, Ortsausgang Hauel 510m, Ende des Wannweges an der Grenze der Gemarkung 495m. Das Dorf liegt also auf einer verhältnismäßig flachen Hochfläche und hat sich in seiner ursprüngliche Anlage auf ihr als Straßendorf an einer durchlaufenden Straße entwickelt, im Gegensatz zu Wirschweiler und besonders deutlich zu Bruchweiler und Kempfeld, die mehr die Bauweise von Haufendörfern zeigen. Die Hauelhochfläche fällt nordwärts zum Steinbach steil ab. Der Höhenunterschied beträgt bis zur alten Brücke an der Storrenmühle mit etwa 455m rund 55m. Der südliche Hang zum Idarbach ist noch schroffer; er fällt  bis zum Idarbach mit etwa 420m an der Lochsmühle rund 90 Meter. Vom Dorf her senkt sich dazu die Brühlmulde zum Idarbach hinab, in ihrem oberen Teil von der Acht her breiter und flacher, dann wird sie unten eng und ist nach der Katzenlocher Straße hin gelagert, während die Seite zur „Altmühl“ nicht so steil ist.

 

Das ist in großen Zügen das Bild unserer Landschaft: buckelig, abwechselnd geht bergauf, bergab. Die steilen Hänge haben keinen tiefgründigen Ackerboden und bedeuten für die Bebauung große Mühe und geringe Ertragsmöglichkeiten. Das Wasser der an sich reichlichen Niederschläge fließt rasch ab in die Mulden, die feuchter und darum als Wiesenfluren angelegt sind.

 

Wir stellen nun die für eine Dorfgeschichte notwendige Frage: wie ist diese eigenartige Landschaft entstanden, die nicht nur die Siedlungsbedingungen, sondern auch das geschichtlich Bild bestimmt hat? Die Antwort gibt uns ein altes Wort: „Wo die Menschen schweigen, reden die Steine.“ Auf den Höhen unserer Berge finden wir ein hartes Gestein, die „Wacken“, teils grau, teils rötlich, teils weiß, oft auch mit Schiefer durchsetzt, manchmal plattenförmig und leicht spaltbar, wie z.B. an der Mörschieder Borr, aber auch wie Knorren verwachsen und fast eisern widerstandsfähig gegen jeden Versuch, sie zu zerkleinern. Das ist die Grauwacke auch Taunusquarzit genannt. Ringskopf, Festung, Idardurchbruch, Sandkopf und am eindrucksvollsten die Wildenburg sind die Lagerstätten dieses Gesteins. In den tiefer liegenden Stufen finden wir einen grauen plattenförmigen Schieferboden, der bei uns größtenteils mit einem zähen Verwitterungston begleitet ist. Wir nenne ihn „Felsboden“. Er ist in Lagen geschichtet, die an Straßen Aufschlüssen gut zu erkennen sind, wie z.B. auf dem Abschnitt „Bremmen-Laienkaul“ bis Katzenlocher Brücke. Dem aufmerksamen Betrachter muss auffallen, dass die Schichten nicht flach liegen, sondern etwa im Winkel von 60 Grad aufgerichtet sind. Die Fallrichtung zeigt von oben gesehen nach Nordwesten, also dem Dorf zugewendet. Quarzit und Schiefer sind die Gesteine unserer Landschaft. Ihre Entstehung reicht zurück bis zum zweiältesten Zeitabschnitt der Entstehung unserer Erde, in das Altertum, das nach der Früh- oder Urzeit folgt. Von der Gegenwart gerechnet reicht es etwa 400-500 Millionen Jahre zurück. Unsere südrheinische Gegend – Hunsrück, Taunus, Westerwald und Eifel – als Teile des rheinischen Schiefergebirges, war damals ein riesiges Meer. Die harten Urgesteine der Frühzeit wurden in ihm zu feinsten Sanden zermahlen, sanken an die tiefsten Stellen und wurden durch hinzukommende Kieselsäure verkittet oder zementiert. Weichere Urgesteine wurden zum feinsten Schlamm zerrieben und als Tonschiefer in waagerechten Schichten abgelagert. Hierbei wirkten Meeresströmungen mit, die Quarzsanden und Tonschlamm in verschieden hohen Schichten und Richtungen auflagerte. Farbe und Härte der Quarze und Schiefer wurden durch Beimengung mancherlei Art wechselreich gestaltet, so wie sie heute uns erscheinen. In der englischen Grafschaft Devonshire ist die gleiche Gebirgsbildung besonders gut entwickelt, darum hat man diese Formation der Erdgeschichte den Namen „Devon“ gegeben: man unterscheidet Unterdevon, Mittel- Oberdevon. Unsere Heimat gehört zum ältesten Abschnitt, zum Unterdevon. Für das devonische Zeitalter rechnet man etwa 80 Millionen Jahre. Auf das Devon folgen die Riesenwälder der Steinkohlenzeit mit anschließender Meeresüberflutung. Das Devon Gebirge blieb meeresfrei, darum haben wir keine Steinkohle, wie das benachbarte Saarland. Unsere Bodenschätze blieben und Schiefer. Durch den Vulkanismus und Erdschollenbewegungen wurden im Mittelalter der Erde, etwa vor 160-180 Millionen Jahren, die Ablagerungen des Devon Meeres gehoben und seitlich zusammengepresst. Darum stehen unsere Schiefer schräg aufgerichtet, dazu streichen sie in der Richtung von Südwest nach Nordost und bestimmen für immer den Lauf der Gebirge, der Hauptgewässer und die Verkehrswege. Der Devon Boden wurde nicht überall gleichmäßig gehoben, es entstanden Buckel, Hügel, Köpfe, Mulden und breite Senken, auch Hochebenen. Damit war schon ein Teil des heutigen Landschaftsbildes geprägt. Dann folgt in der beginnenden Neuzeit vor 60 Millionen Jahren die Abtragung der Gebirge durch auswaschende Gewässer. Idarwald und Birkenfelder Höhe waren damals wesentlich höher. Die heutige Mulde stellen wir uns ausgefüllt vor, das Vorland von Ringskopf und Wildenburg reichte fast an die heutigen Köpfe heran. Vom Erbeskopf her floss damals der Urstrom des Idarbaches am Idarwald entlang, höher als unsere Dörfer liegen. Er führte sein Wasser in Richtung Kempfeld, setzte sich fort in den Mulden des Rhaunelbaches und des Lindenbaches, so wie diese Bäche heute noch fließen, und führte wahrscheinlich als Urstrom des Hunsrücks in Richtung des Ur-Rheines. Der heutige Durchbruch Festung-Sandkopf war noch geschlossen. Die weicheren Schiefer wurden von dem Strom ausgewaschen, die härteren Quarzite blieben oben liegen und traten zutage. Alle Ablagerungen aus dieser Zeit finden wir heute im Boden unserer Gemarkungen: Kiesgeröll, kleinere und gröbere Wacken als Schlamm des grauen Schiefers unseren Lett, der dicht unter dem Mutterboden der flachen Schichten liegt, eine lehmähnlicher Ton feucht und zäh, der auch im trockenem Zustand nicht zu Ackerkrume zerfällt, sondern zu zähen Klumpen zusammenbäckt. Da er sehr wasserundurchlässig ist, hat er für unsere Landwirtschaft den Vorteil, dass er das Tagwasser dicht unter der Erdoberfläche hält. Darum haben wir unsere Wiesen da, wo die Lehmablagerung reichlich vorkommen: in der Brühl- und Steinbachmulde. Der Idar Urstrom senkte im Laufe von Millionen Jahren sein Bett tiefer, die Bergkuppen wuchsen heraus. Gegen Mitte des Tertiärs, vor rund 25-30 Millionen Jahren, gelang es ihm, die Katzenlocher Sperre in Höhe der Festung  (623m) anzunagen und zu durchbrechen. Man nicht heute an, dass von der Südseite der Birkenfelder Höhe als eine Wasserscheide zum Urstromtal der Nahe hin ein Bach floss, der talaufwärts in rückwärtsschreitenden Wasserfällen mitgeholfen hat, diesen Durchbruch anzunagen, bis es ihm gelang, den noch nordostwärts fließenden Idarbach anzuzapfen. Seine Fluten ergossen sich nun teilweise in den Katzenlocher Durchbruch, der wegen seiner harten Quarzite als enge Schlucht entstand. Als das Idarbett so tief gesunken war, dass die heutige Wasserscheide Kempfeld-Bruchweiler aus dem Strom als Sperre hervortrat, da änderte der Idarbach seinen bisher nordöstlichen Lauf nach Südosten und sägte den landschaftlich herrlichen Naturschutzpark ein. Dieser letzte Vorgang mag etwa vor einer Million Jahre begonnen haben; um die gleiche Zeit begann auch die Auswaschung des Moselgrabens in der heutigen Form. In den vor 800 000 Jahren beginnenden Eiszeiten mit abwechselnden Warmperioden wurde das heutige Bild geformt. Alle Gewässer der Idarhochfläche flossen zum Katzenloch, wuschen aus und setzten an flachen Stellen ab. Wo harter Untergrund mit Wacken oder hartem Schiefer vorhanden war, wurden die Hänge steiler, die Schluchten enger und tiefer. Die Südseite von Galgenhügel und Acht, hat harten Felsuntergrund, noch härter ist er über den Krahloch, durchsetzt mit Wacken und Dachschiefer. Darum entstand hier das eingangs schon erwähnte scharf markierte Tal des unteren Gladenbaches. Dort liegen auch die blauen Dachschiefer, viel härter als der mit Lett durchsetzter Felsboden des Dorfes und der Brühmulde. Der Dachschiefer zieht in Richtung Altmühl, tritt im Weg zu ihr als harte Rippen zutage und erscheint auf Bremmen-Laienkaul wieder in einstmaligen Schiefergruben und heutigen Halden. Auch die untere Brühlschlucht ist darum eng. Das gleiche Bild haben wir im Steinbachtal. Hasenwerth, Äppelberg und Steinbachsberg boten der Auswaschung starker Widerstand; dort finden wir ebenfalls ehemalige Schiefergruben und die enge Schlucht des Tales, die heute als Talsperre ausgenutzt werden konnte. Auch die Mulde östlich des Allenberges entstand auf gleicher Weise. Bullhart und Allenberg sind hart und bergen Wacken und Dachschiefer. Zwischen Kempfeld und Bruchweiler liegt eine breite und flache Hochebene, talwärts wird sie enger, steiler und oberhalb von Katzenloch zur engen Schlucht.

 

            So ist unsere Heimatlandschaft in unvorstellbaren Zeiträumen entstanden, geformt von gewaltigen Kräften der Natur und ohne Zutun des Menschen. Mit der Gestaltung des Heimatbodens wurden zugleich die Lebensbedingungen für den siedelnden Menschen festgelegt: geringe Böden, Hängelagen mit dünner Ackerkrume, keine Bodenschätze, keine Verkehrsmöglichkeiten und endlich auch ungünstige Klimaverhältnisse. Unsere Dörfer liegen alle in dem Bereich der Höhen von 500m. Die Grenzen für den Ackerbau reichen bis etwa 550m und nur wenig darüber. Es handelt sich also um ausgesprochenes Bergland. Das Klima ist rau, der Winter lang und kalt. In der Mainzer Ebene beginnt die Baumblüte vor dem 30. April, bei uns Ende Mai und oft noch später. Der Einzug des Frühlings fällt nicht mit dem Kalender zusammen. Eine Bauernregel vom Idarwald sagt darum mit Recht: der letzte Tag im Mai ist der Schwanz vom Winter. Die Hängelager erschweren nicht nur die Bebauung, sie sind auch gefährdet durch Wasserfluten. Am 3. Juni 1911, Samstag vor Pfingsten, wurde durch einen Wolkenbruch der Ackerboden zur Brühlseite ins Tal geschwemmt. Saatkartoffeln und Stalldünger mitgerissen. In der „Dell“ entstand ein bis auf den nackten Fels reichender Graben, in dem ein großer Mann stehend verschwinden konnte. In mühsamer Arbeit musste der Mutterboden wieder zu Berg gebracht werden. Das mag uns eine Vorstellung vermitteln, wie vor Millionen von Jahren die Kräfte der Natur gewirkt und gestaltet haben, wo keines Menschen Hand regelnd eingreifen konnte. Käme ein solches Ereignis alle 100 Jahre vor, so würde es sich in einer Million Jahre zehntausendmal wiederholen. An diesem Beispiel möge uns klar werden, was die Wasserkräfte in unvorstellbaren Zeiten an unsere Heimatlandschaft gestaltet haben. Wie klein und armselig ist doch der Mensch der Natur gegenüber, wie kurzlebig sind seine Tage – er möge sich noch so klug und überlegen dünken!

 

            Auf die Frage nach der Entstehung unserer Landschaft wurde bewusst ausführlich eingegangen, um einmal zu zeigen, wie sehr wir von ihr abhängig sind, wie sie unser Schicksal bestimmt. Und weiter: wer hat im Zeitalter des rasenden Tempos noch Sinn für das Werden und das Wunder des Bodens, den wir alle entstammen, der allein uns trägt!

Der Mensch als Siedler auf unserem Heimatboden

Das Bild unserer Landschaft lässt uns verstehen, warum wir für die frühesten Zeit keine Spuren einer Besiedlung finden. Der Mensch der Altsteinzeit wohnte vorwiegend in Höhlen der Kalk- und Sandsteingebirgen, in der Mittelsteinzeit bevorzugte er als umherziehender Nomade die weiten Ebenen des Tieflandes. In der Jungsteinzeit kam der Ackerbau auf, aber zunächst nur in fruchtbaren und klimatisch günstigen Gebieten. Für diese Zeiträume ist unsere Heimat siedlungsleer. Die Anfänge der Eisenzeit (etwa 800 v. Chr.) zeigen in unserem Gebirge zerstreute Spuren menschlicher Niederlassungen. In der jüngeren Eiszeit, etwa ab 400 v. Chr. nimmt die Besiedlung auch in unserer Heimat zu. Davon zeugen vor allem die Wehranlagen auf den Bergen. Auf der Nordgrenze des Landesteiles Birkenfeld sind auf 40 km Strecke neun Burgen nachgewiesen. Die bedeutendsten sind: der Ring bei Otsenhausen, Vorkastell, Ringskopf, Wildenburg, Alteburg bei Bundenbach, Alteburg in Soonwald. Die Linie setzt sich bis in den Taunus fort. Sie erklärt sich durch die geologische Beschaffenheit der Landschaft durch den Zug des Taunusquarzitgebirges, welches viele günstig gelegene Kuppen aufweist, die zum Burgenbau besonders geeignet und mit den dazu verwendbaren Steintrümmern überdeckt waren. Ringskopf und Wildenburg sind in unserer engeren Heimat Zeugen einer dichteren Besiedlung und zugleich auch Ausdruck des Wehrwillens gegen eine Bedrohung des Lebensraumes. Die „Festung“ bei Kirchweiler wird heute von der Vorgeschichtsforschung nicht als künstlich angelegte Burg angesehen, ihre ungeordneten Felsen lassen einen menschlichen Einfluss nicht erkennen. Unbestimmt ist auch, ob die weiteren Burganlagen: die „Schanz“ am Hohefels über Katzenloch, die Schanze am Schneidberg bei Langweiler, das „Alte Schloss“ über dem Linnigbach und das „Franzosenlager“ am Lettichflößchen mit Ringskopf und Wildenburg in einem gleichen Zeitabschnitt angelegt wurden. Man hat aber den Eindruck, dass wir vor einer Völkergrenze stehen. Nordwärts waren die Treverer sesshaft, nahewärts die keltischen Mediomatriker, die ebenfalls im Nahe-Raum und Westrich gegen die Pfalz gerichtete Burgen angelegt haben. Sie waren mit unseren Anlagen gegen die im Raume Speyer und um Worms siedelnden germanischen Vorhuten der Nemeter und Vangionen gerichtet. Die ringwelle unserer Bergen rechnet man zeitlich dem Anschnitt der jüngeren Eisenzeit, etwa 400 v. Chr. beginnend, zu. Sie sind Zeugen der ersten sicheren Besiedlung, wobei ungeklärt bleibt, ob eine dünne Bevölkerungsschicht lange oder eine dichtere kürzere Zeit an ihnen gebaut hat. Die Erbauen nützten die von der Natur geschaffenen Verhältnisse: hohe Bergkuppen und reichlich zutage liegende Quarzit Gesteine zur Sicherung ihres Lebensraumes aus, eine Gemeinschaftsleistung, die uns auch heute noch Bewunderung abnötigt.

Die römische Kolonialzeit

Mit dem Eindringen der Römer tritt unsere Heimat deutlicher in das  Licht der Geschichte. Im Jahre 50 n. Chr. war Gallien bis zum Rhein von den Römern erobert. In der folgenden Erschließung wurde auch unsere Heimat erfasst. Wir finden zwar unmittelbar in der Nähe keine größeren Römerbauten, wie z. B. die Villa Weitersbach oder das Heiligtum bei Hochscheid. Aber auf der Südseite des Idarwaldes wurden überall römische Gräber gefunden, die als „Steinkistengräber“ besonders für das 2. Jahrhundert n. Chr. typisch sind. Zwei Gräber wurden 1935 in den Wiesen südlich des Allenbacher Friedhofes entdeckt und durch die Gastwirte Vohl und Sauer dem Landesmuseum Trier gemeldet. Ein weiteres Steinkistengrab fand Herr Max Purper im Bereich des Schlosses. An der Straße zur Idarbrücke wurde von Waldarbeiter im Hang rechts der Straße, am Eingang zum Wald, ein viertes Grab mit einer Steinkiste und Scherbenreste entdeckt. (Mitteilung von Karl Schönweiler – Allenbach). Bei Sensweiler wurde um 1900 eine Grabkiste auf der „Altmühl“ am Fahrweg zur Lochsmühle etwa 200 Meter unterhalb der letzten Kehre über der Hollerhütte gefunden. Der Fund wurde leider nicht gemeldet und ausgewertet. Auf der Gemarkung Bruchweiler, auf dem „Höstchen“ in der Gewann „Am Totenpfädchen“ fand am 10.X.1922 Landwirt Adolf Bach zwei Steinkisten mit Resten von Asche und Gefäßbeigaben, die das Museum Trier in das 3. Jahrhundert datiert. In der nächsten Umgebung fand am 15.VI.1950 Landwirt Welch eine Steinkiste und am folgenden Tag in ihrer Nähe den Deckel eines weiteren Steinsarges. Beim Bau der Wasserleitung 1901 wurde 500 Meter südlich Kempfeld eine Grabkiste mit einer kugeligen Glasflasche und einem Becher gefunden. Beim Bau des Weges nach Katzenloch fand man 1898 römische Urnen. Weitere römische Funde brachte die Wildenburg: 1885 einen goldenen Fingerring; 1897 durch Förster Schäfer am Weg Wildenburg nach Katzenloch drei römische Münzen, eine davon gut erhalten mit dem Bild des Kaisers Alexander Severus (222-235). Die Kette dieser römischen Funde setzt sich am Idarwald entlang über Schauren, Hellertshausen, Hottenbach und weiter fort. Der bedeutendster Fund wurde jedoch beim Bau des Kinderheimes Langweiler gemacht. Bei den Ausschachtungsarbeiten im Januar 1919 stieß man auf rundes Mauerwerk von 1 m Durchmesser, darin eine Steinkiste 50:45:30 Zentimeter mit Erde gefüllt, ohne Deckel, Sandstein aus der Gegend aus Mackenrodt, ohne Beigaben. Ein zweites Grab dich daneben, 80 cm tief, ohne Ummauerung, unberührt. Maße des Steinsarges außen 70:52:50 Zentimeter, halbrunder Deckel. Beigaben: Asche, ein rotgelbes Tonkrügelchen, dann eine Geldmünze mit dem Bild des Kaisers Antonius Pius (138-161 n. Chr.). Der Fund wurde vom Museum Trier aufgenommen und ausgewertet. Was an ihm für unsere Heimat interessant ist, ist die sichere Datierung, zugleich auch das bisher früheste Zeugnis römischer Siedlung. Noch wertvoller wird der Fund durch die näheren Begleitumstände. Nach Mitteilung von August Kühn war die Fundstelle in einem von seinen Eltern verkauften Grundstück, das man „das Heidenkäppchen“ nannte. Von seinem Großvater war überliefert, dass dort einmal „Heiden“ begraben wurden. August Kühn, der bei den Arbeiten beteiligt war, erinnerte sich an die Aussagen seines Großvaters, fand aber keinen Glauben, als er sagte: „Hier finden wir noch Heidengräber“. Kurze Zeit darauf stieß man auf das Mauerwerk. An diesem Fall wird, dass mündliche Überlieferung manchmal Recht hat. Was aber viel wichtiger ist: diese Überlieferung hatte sich bis in unsere Zeit von Geschlecht zu Geschlecht erhalten, war also nicht unterbrochen worden, was beweist, dass dauernd Menschen dort gewohnt haben müssen.

 

Wir erkennen weiter, dass alle Gräber sich am Südhang des Idarwaldes entlang ziehen. Sie liegen zweifellos an einer Verbindungsstraße zwischen größeren Straßen: an der Hohlweide kam von Thalfang her eine Straße, die über das Birkenfelder Land bis Straßburg führte, am Ortsrand der Idarwaldmulde traf sie auf Verbindungswege zur Heerstrasse Trier-Mainz. Die Römer nützten die langgestreckte Mulde schon für den Verkehr aus. Die Gräber lassen vermuten, dass an Stelle unserer Dörfer damals Wegeposten bestanden, zu denen die ersten Siedlungen gehörten; sie sind als die Vorläufer unserer heutigen Dörfer anzusehen, als die Vorläufer unserer heutigen Dörfer anzusehen, als kleine Weiler (villare), die fortbestanden und ihren Namen als „wilre“ in den germanischen Sprachgebrauch weitergaben.

 

Für unser Dorf wurde weiter die römische Einteilung der linksrheinischen Gebiete wichtig. Die Römer fanden bei der Eroberung links des Rheines im vorderen Hunsrück bereits dichtere germanische Bevölkerung vor, die sie von den westwärts wohnenden keltischen Bergen durch Provinzgrenzen unterschieden. Die Provinz Untergermanien lief mit ihrer Westgrenze parallel zum Rhein von Süden nach Norden. Wir haben sie in unserer Heimat im Bereich des Idarwaldes zu suchen. Man vermutet ihren Verlauf von der Nahe aufwärts dem Tal des Siesbaches folgend, über den Ringskopf, den Idarbach überschreitend, im ausgeprägten Einschnitt des Gladenbaches nordwärts zur Idarwaldhöhe und über das „Graue Kreuz“ zur großen Etappenstation Belgium am „Stumpfen Turm“ führend. Westlich dieser Grenze lag die Provinz Vorderbelgien. Wegen der Unsicherheit und der andauernde Kämpfe mit den linksrheinischen kriegerischen Germanen war Obergermanien im 1. Jahrhundert n. Chr. militärisches Etappengebiet und unterstand der Militärgewalt bis das Gebiet befriedet war und durch Kaiser Domitian um 89 n.Chr. den Zivilbehörden unterstellt wurde, wie es bei Vorderbelgien schon längere Zeit vorher geschehen war. Unser Dorf lag also damals an einer wichtigen Grenze, deren Verlauf sich ebenfalls aus der Landschaft ergab. Diese Grenze hat sich jahrhundertelang gehalten. In frühgermanischer Zeit lag zwischen dem Siesbach und dem unteren Idarbach ein Gerichtsbezirk, der Idarbann. Seine Westgrenze war der Siesbach, die Ostgrenze bildete der Idarbach. Zu ihm gehörten die Dörfer Enzweiler, Algenrodt, Mackenrodt, Herrstein, Obertiefenbach (heute Tiefenstein), Hettendrodt, Kirchweiler mit der Wüstung Fockenhausen im Königswald. Der Idarbann war ein militärisch-rechtlicher Schutzbereich, der bereits in vorrömischer Zeit seine Wurzeln in den damaligen Gegensätzen germanischen und keltischen Volkstums hatte. Der Idarbann war noch um 1790 Grenze des Unteramtes Idar, Grenze der Herrschaft Oberstein gegen die sponheimischen Birkenfelder Gebiete. Er war auch die Grenze der Erzbistümer Mainz und Trier. „Geh nicht über den Siesbach!“ war eine alte Regel im Mittelalter. Heute ist der Begriff „Idarbann“ in seiner frühesten Bedeutung nicht mehr gebräuchlich, man bezeichnet jetzt allgemein das Industriegebiet um Idar-Oberstein als Idarbann. Sensweiler soll einmal zum Idarbann gehört haben. Das ist sehr fraglich. Das Dorf war vorübergehend als Pfandschaft in den Händen der Herren von Oberstein. Im Jahre 1453 verzichtete Wirich von Dhaun/Oberstein auf die Einlösung der Pfandschaft für Sensweiler, Baalsbach und Fockenhausen; damit kamen diese Dörfer zum Amt Wildenburg zurück. Sensweiler gehörte immer zum Gerichtsbezirk Wildenburg; mit dem Idarbann hatte es rechtlich nichts zu tun. Pfandschaften bedeuteten damals nichts weiter als eine Mitbeteiligung an den Steuereinnahmen, herrührend von gegenseitigen Darlehen der zahlreichen kleinen Landesherrschaften.

 

Die Lage des Dorfes an einer uralten Grenze legt nun auch die Frage nach der Herrkunft des Ortsnamens nahe. Max Müller hat in seinem Buch: „Ortsnamen im Bezirk Trier“ für Sensweiler den Namen „Dorf des Syndos“ angenommen. Dafür gibt es keinen Beleg. Man hat den Eindruck, dass die Bezeichnung gewählt wurde, um auf alle Fälle und um jeden Preis für den Dorfnamen eine Deutung zu finden. Hält man sich an die mundartige Bezeichnung „Siesweller“ und an die Tatsache, dass wir die Silbe „Sies“ an einer mehrfachen Grenze finden, dann liegt eine andere Deutung näher. Außer Siesbach und Siesweller, kommt das Wort „Sies“ noch in einem verstümmelten Flurnamen der Gemarkung Wirschweiler vor. Über dem oberen Krahloch liegt auf Bann Wirschweiler vor der Hofgewann, dem Gladenbach zugewendet, die Ackerflur „Am Süßkätterchen“, auf den ersten Blick ein eigenartiger Name. Er ist wie viele andere Flurnamen missverstanden und verstümmelt worden. In dem „Süß“ finden wir die Wurzel „Sies“ wieder. „Kätterchen“ enthält zwei gleiche sprachliche Bezeichnungen. „Kat“ und „Kas“, oft auch „Kos“ sind keltischen Namen für Eichenwald und zahlreich nachzuweisen. In der Silbe „erchen“ steckt die mundartliche Bezeichnung für Eichenwald, wir sagen dazu: „Ächen“. Das braucht man Einheimischen nicht weiter zu erklären. „Ächewald“ ist Eichenwald. In dem Wort „Kätterchen“ steckt also doppelt die Bezeichnung für Eichenwald, im „kat“ und im „ächen“, wie auch im Ortsnamen Kempfeld das römische „campus“ = Feld nochmals in der Silbe „feld“ verdoppelt wird. „Süßkätterchen“ ist Eichenwald, der in diesem Falle mit „Sies“ – einer Grenzbezeichnung – zusammenhängt. Mit diesem Namen hat man auf der Wirschweiler Seite die Grenze festlegen wollen. So bedeutet der Flurname nichts weiter als „Eichenwald“ an einer Grenze. Aber auch auf der Sensweiler Seite hat man die Grenze deutlich gemacht. Im Grenzweistum des Gerichtsbezirkes Wildenburg von 1574 finden wir auf unserer Seite im oberen Krahloch den Namen „Krügelsdück“. Dick, Dickt, Dickte und Dicket sind sprachlich wie Dickung und Dickicht aus dicht = eng  gebildet und finden sich nur an Grenzen als dicht stehender niedriger Wald. Sie sind ein Beweis dafür, dass Waldeigentümer Grenzschläge niedrig hielten, um den Nachbarn die Gelegenheit zum „Aushauen“ oder „Überhauen“ zu nehmen. „Krügelsdückt“, heute unbekannt, ist der zum Pfarrland gehörende Heckenbestand am Gladenbach. Mit dem „Süsskäterchen“ besagt er das gleiche: Wald an einer Grenze. Dreimal „Sies“ an einer mehrfach betonten Grenze darf man nicht übersehen, man darf vielmehr daraus schließen, dass Siesweller mit Siesbach die gleiche Bedeutung hat: Dorf an einer Grenze.

Die politische Entwicklung des Dorfes

Mit dem Zusammenbruch der Römerherrschaft beginnt die deutsche Geschichte unserer Heimat, etwa 450 n. Chr. Die merowingisch-fränkischen Könige teilten ihr Gebiet in Gaue ein, die wieder in größere und kleinere Gerichtsbezirke unterteilt waren. Wir gehörten dem Nahegau an. Die Idarwaldmulde als geschlossene Landschaft erscheint in der fränkischen Organisation in zwei Bezirken: Im Hochgericht Rhaunen, das westlich bis Stipshausen reichte. Dass Allenbach, Wirschweiler und Langweiler später davon getrennt wurden, hat besondere Ursachen, auf die hier nicht einzugehen ist. Für die Zeit ab 500 bis Mitte des 11. Jahrhunderts fehlen über die Verwaltung alle Urkunden. Dann tauchen die Wildgrafen und Inhaber der Verwaltungs- und Rechtsbefugnisse auf. Die Ämter im Gau und in den zahlreichen Unterbezirken sind um diese Zeit  schon größtenteils in der weitverzweigten Familie der Emichonen erblich geworden. Sie begegnen uns als die Herren von Schmidtburg, von Kyrburg, von Dhaun, von Grumbach. Durch fortgesetzte Erbteilung und Einheiraten in anderen gräflichen Familien wurde der wildgräfliche Besitz weiter zersplittert, so dass kleinste Staaten entstanden. Zum wildgräflichen Haus kamen durch Heirat die Gebiete der Rheingrafen hinzu, später auch die der Grafen von Salm aus dem Elsaß. Die Geschichte der Wild- und Rheingrafen zählt elf Teilungen auf, die das Bild der politischen Zugehörigkeit für unsere Heimat so verworren gestalten, dass hier nicht darauf eingegangen werden kann. Dem Leser wird das Wort eines Historikers genügen: „Die Teilungen machen nicht reicher an Mitteln, sondern nur an Wappen und Titeln“ Erbstreitigkeiten führen dazu, dass Wildgraf Heinrich v. Schmidtburg 1330 die Schmidtburg mit dem Hochgericht Rhaunen dem Kurfürsten Balduin von Trier übereignete, nur, um seine Verwandte von Kyrburg einen Streich zu spielen. Der Kyrburger geriet mit Trier in Streit, verlor dabei und musste die gerade um diese Zeit neu gebaute Wildenburg (1328) als Lehen an Kurtrier abgeben. Die Wildenburg war nie Residenz der Wild- und Rheingrafen, dort saßen nur die Amtmänner, die meist nach eigenem Ermessen und Willkür schalteten, alles auf Kosten der geplagten Untertanen. Von 1700 ab waren die Ämter Dhronecken und Wildenburg hinsichtlich der Einkünfte als Gemeinsherrschaft aufgeteilt zwischen den fürstlichen Linien Salm-Salm, Salm-Kyrburg und den gräflichen Linien der Rheingrafen von Grumbach und Grehweiler. Die fürstlichen Linien waren an den Einkünften mit 1/4 , die rheingräflichen mit ¾ beteiligt. Aus dieser Zeit sei aus der politischen Geschichte des Dorfes einiges erwähnt, was von Bedeutung ist. Zu den berüchtigtsten Vertretern der Gemeinsherren gehörte ab 1747 der Rheingraf Carl Magnus der Linie Grehweiler. Seine Residenz war Grehweiler, am Appelbach in der Pfalz gelegen, heute Gaugrehweiler in der Nähe von Alsenz, nördlich des Donnersberges. Er leistete sich in dem kleinen Ort eine verschwenderische Hofhaltung nach dem Muster der großen Fürsten, stürzte Hof und Land in eine riesige Schuldenlast, wobei ihm seine Kammerherren durch Untreue, Unterschlagungen und Betrügereien aller Art mithalfen. Die Untertanen wurden durch Steuern und Lasten ausgebeutet. Dem Kammerherrn Breckenfeld gab das Volk den Beinamen: „Verreck im Feld“. Zur Beurteilung dieses Landesherrn genügt der Titel eines Buches, das Magister Friedrich Christian Laukhard über ihn schrieb: „Leben und Taten des Rheingrafen Carl Magnus, den Joseph II. (deutscher Kaiser 1765-1790) auf zehn Jahre ins Gefängnis nach Königstein schickte, um da die Rechte der Untertanen und anderer Menschen respektieren zu lernen. Zur Warnung für alle winzige Despoten, Leichtgläubige und Geschäftsmänner, geschildert von Friedrich Christian Laukhard 1798“. Es muss schon schlimm gewesen sein, dass der Kaiser einen regierenden Fürsten ins Gefängnis legte. Carl Magnus brauchte nur dreieinhalb Jahre abzusitzen, der Rest wurde ihm „auf Bewährung“ erlassen. Schon unter seinem Vater hatte Misswirtschaft geherrscht. Als Gemeinsherr war er am Amt Wildenburg an dem Einnehmen beteiligt, dagegen nicht an der Gerichtsbarkeit. Diese lag seit Entstehung des Gerichtes Wildenburg immer bei der Linie Salm-Kyrburg. Sensweiler hatte aber zeitweise eine Grehweiler „Garnison“. Sie war nach dem damals beliebten preußischen Muster uniformiert: blaues Tuch, weiße Aufschläge, weiße Weste, weiße Hosen und Gamaschen, dreieckiger Hut mit einer großen schwarzen Kokarde und einem Federstrauß, dazu ein rotes Halsband. Diese bunte Aufmachung täuschte mit dem ganzen Aufwand Leichtgläubige und Dumme über die wahre Lage der Herrschaft hinweg und verhalf ihr immer wieder wie bei allen Bankerotteuren zu Krediten. Man stelle sich nun vor, wie bei Leuten, die für derartigen Pomp begeistert waren, „die Herzen höher schlugen“, wenn die Grehweiler „Garde“ am Idarwald auftrat! Es kam ganz anders.

 

Amtmann Cäsar von der Wildenburg rief im Jahre 1731 durch Unduldsamkeit uns scharfes Vorgehen gegen katholische Untertanen einen schweren Konflikt mit Kurtrier hervor. Das Amt Wildenburg wurde von Kurtrier besetzt, in Veitsrodt wurden 22 dhaunische Soldaten entwaffnet, Sensweiler erhielt unter dem Leutnant Bouveaux eine Trierer Besatzung, die 17 Grehweiler Soldaten mit einem Fähnrich entwaffnete und nach Kempfeld abführte. Das Dorf erhielt eine Einquartierung von 9 Mann mit einem Fähnrich. Die Gemeinde Sensweiler beschwerte sich, dass die 9 Mann in 17 Tagen 824 Schoppen Wein getrunken hatten, viel Eier und stets frisches Fleisch verlangten. Der Fähnrich verzehrte in 9 Tagen 13 Taler. Den Wirt Daniel Schütz jagte er an die Mosel, um in den besten Orten den besten Wein zu holen, von Kirn mussten Tee und der damals noch sehr seltene Zucker und von Oberstein Forellen herbeigeschafft werden. Für jeden Soldaten waren täglich 2 Pfund Fleisch und 5 Schoppen Wein zu liefern. Kurtrier machte seine seit 1330 bestehenden Lehnsrechte auf die Wildenburg geltend. Der Streit hierüber endete erst 1749. Die an dem Streit schuldlosen Untertanen trugen wie immer die Lasten. Der letzte Landesherr, Fürst Friedrich von Salm-Kyrburg, war 1793 nach Paris gereist, wo er seinen Besitz retten wollte. Er wurde ohne eigenes Verschulden in die Wirren der Revolution gezerrt und am 23. Juli 1794 als „Feind der Republik“ hingerichtet. Im Jahre 1798 wurde das Amt Wildenburg aufgelöst. Unsere Heimat wurde französisch.

Mit allen Dörfern hat auch Sensweiler im Laufe vieler Jahrhunderte unter der Kleinstaaterei gelitten und gedarbt, Kriegs- und Notzeiten anderer Art ertragen zu müssen. Der Weg in eine bessere Zeit begann nach 1814 als die Kleinstaaten aufgelöst wurden und im größeren Preuße aufgingen.

Entstehung des Dorfes und Wirtschaftsleben im Mittelalter

Weit wichtiger als die politische Geschichte ist die Frage nach der Entstehung des Dorfes und nach seiner wirtschaftlichen Entwicklung. Für die römische Zeit nehmen wir kleinste Siedlungen in Form von Wegeposten und Weilern an. Die fränkische Frühzeit kennt als weitere Stufe die Höfe. Ihre Entstehung rührt zum Teil von der nach der Völkerwanderung einsetzenden christlichen Mission her. Diese bewegte sich von Gallien her über den Trierer Raum ostwärts. Träger waren die Kloster. Sie schlossen an die bereits borgefundenen Kleinsiedlungen an und legten neben den ersten Kapellen zu ihrem Unterhalt Klosterhöfe an. In der Mark Thalfang finden wir früh das Kloster St. Maximin – Trier begütert - , ebenso in der Gegend um Kempfeld, Herborn, Mörschied. Die Abtei Mettlach hatte Güter im Raum um Oberstein, Göttschied, Gerach, Regulshausen. Zu den Klosterhöfen gehörten die Klosterbauern. Die ersten Dorfmarken entstanden. Die Feldmark wurde aufgeteilt in Hufen. Jeder Dorfgenosse erhielt eine Hufe, etwa 30 Morgen, der Morgen damals 35 Ar. Eine Besitzgröße umfasste also etwa 10,5 ha, was uns heute reichlich erscheint, bei der damaligen unvollkommenen Bewirtschaftung aber nur einen bescheidenen Ertrag brachte. Wald, Weide, Wasser, Wege, Jagd und Fischerei blieben Gemeingut, die Allmende. Die Hufe blieb zunächst ungeteilt und wurde auf den ältesten Sohn vererbt. Nachgeborene Söhne fanden im reichlich vorhandenen Rodeland Siedlungsmöglichkeit. Auch die Erweiterung der Hufen durch Rodungen war erlaubt, woraus sich Veränderungen der Besitzgleichheit ergaben. Alle Hübner bildeten mit dem Haupthof eine Hofgenossenschaft. Der Haupthof heißt auch Herrenhof, Fronhof oder Salhof. Er ist der Mittelpunkt des Dorfes und der Verwaltung. Das zu ihm gehörende Ackerland wird von den Dorfgenossen in gemeinsamer Fron bebaut. Es ist Herrenland. Wir kennen es unter den Bezeichnungen Hofland, Salland, Acht und bei den Wiesen als Brühl. Eine besondere Bezeichnung für Herrenland bedeutet das Wort „Beinland, Beindeland, Beundeland und Bundeland“. Im östlichen Hunsrück kommt der Name „Beinde und Beunde“ vor, im Westen „Bunde und Bunne“. In Sensweiler kennen wir Acht und Brühl als Herrenland. Aber auch die „Bunde“ gibt es hier noch, wenn auch verstümmelt. Unser Bummesland, leider verdorben in „Baumesland“, ist Bundeland, Herrenland gewesen. Es hat sich als „Pfarrland“ bis in unsere Zeit seine Herkunft als Sonderbesitz bewahrt. Welche Höfe dürfen wir nun für unser Dorf annehmen und wie weit reichen sie in die Frühzeit zurück? Da ist zuerst zu nennen der Croppenhof-Flurname „Im Krippchen“, das heißt im „Kroppischen“. Er gehörte nicht zum wildgräflichen Besitz, sondern war im späteren Mittelalter sponheimisch. Als Asylhof bot er Verfolgten für begrenzte Zeit Zuflucht. Das Asylrecht reicht noch in die vorrömische Zeit zurück. Es wurde bie der fränkischen Einrichtung der Gerichtsbezirke übernommen. Darum finden wir Asylhöfe in unserer Heimat überall: in Sensweiler, Bruchweiler, Mörschied usw.… Der Croppenhof lag am Hauel, sein Grundbesitz auf dem Hauel, wo die „Hofgewann“ als Flurname noch vorkommt. Er gehört zur ersten Siedlungsperiode. Das besagt auch der Name „Hauel“. Seine Wurzel hat das Wort bereits in der gotischen Sprache als „hauhs“, in der altgermanischen Sprache als „hauha“ und in vorgermanischer Zeit in „kauko“, was in allen Fällen „hoch“ bedeutet. Aus dem Wort hat sich erst im späten Mittelalter die Bezeichnung „Hügel“ gebildet. Der Hauel ist der höchste Punkt des Dorfes. Auf ihm wurden seit alter Zeit die Feuerzeichen ins Land gegeben. Zum letzten Male brannte auf dem Hauel ein Feuer zur Erinnerung an den 100. Geburtstag Kaiser Wilhelms I. am 22. März 1897. „Hauel“ ist unser ältester Flurname. Dass er seine sprachliche Form unverändert bewahrt hat, ist zugleich ein Beweis dafür, dass er von Menschen geprägt und mitgenommen wurde, die schon in frühester Zeit und ohne Unterbrechung auf diesem wunderbaren „Ausguck“ der Idarwaldhöhe gesiedelt haben.

 

Ein weiterer geschichtlich bezeugter Hof ist der Simonshof. Unter diesem Namen wird er in einer wildgräflichen Teilungsurkunde vom 29.08.1515 erwähnt (Symonts Hof). Eine Wildenburger Amtsrechnung von 1777 nennt ihn (262 Jahre später) Simonshof. Über seine Herkunft und Lage liegen keine Zeugnisse vor. Nach einer Urkunde des Erzbischofs Theoderich von Trier (975) soll dieser dem Paulinusstift Trier Güter zu Seneswillare geschenkt haben, die er selbst von dem Magister der Trierer Domkirche erworben hatte. Die Echtheit dieser Urkunde wird bezweifelt. Man übersieht aber dabei, dass Sensweiler „Petersleute“ hatte, die nach Trier ihre Abgaben zahlten, den „Peterszehnt“ – so heißt noch heute eine Flur. Im 13. Jahrhundert ist das Frauenkloster Fraulautern im Besitz des Patronatsrechtes der Kirche zu Sensweiler, d.h. es war nach mittelalterlichem Lehnsrecht Schutzherr der Kirch und befugt, für die auf seinem Grund und Boden erbaute Kirche den Geistlichen zu ernennen. Im Jahre 1273 bezeugte Erzpriester Konrad zu Weierbach in der Diözese Mainz, dass die Meisterin (Äbtissin) und der Konvent (Gemeinschaft der Nonnen) des Klosters Fraulautern dem Magister Symon die ständige Vikarie (Stellvertretung) und alle Güter, die zur Kirche Senswilre gehören, übertragen haben. Fraulautern besaß die Kollatur (Recht zur Ernennung der Geistlichen) und war auch Decimator (berechtigt zur Erhebung des Zehnten). Die Güter können nur ein Hof gewesen sein, den das Kloster einem Verwalter Symon übertragen hat. Hierfür rührt wohl der Name Simonshof. Da er noch 1777 so heißt, hat er seinen Namen 504 Jahre beibehalten. Er muss aber schon vor 1273 zu Fraulautern gehört haben, denn 1260 verkauft Theoderich Rumanß von Schwarzenberg einen Hof zu Sensweiler, aus welchem das Kloster Fraulautern einen Jahreszins erhielt. Der Verkauf ist so zu verstehen, dass Schwarzenberg den Hof nicht als Eigentümer, sondern als Verwalter an einen anderen Betreuer abgab. Solche Wechsel waren häufig. 1287 erwarben die Vögte von Hunolstein einen Hof zu Sensweiler durch Kauf von Agnes von Böckelheim. Am 20.12.1343 verkauft Wilhelm v. Manderscheid dem Erzbischof von Trier sein Dorf Sensweiler mit Herrschaften, Gerichten hoch und nieder, Land, Leuten, Schöffen, also wieder Besitzwechsel. Der Verkauf scheint aber nicht zustande gekommen zu sein. Denn 1376 verkauft derselbe Wilhelm v. Manderscheid das Dorf Sensweiler an die Wild- und Rheingrafen Otto und Gerhard von Kyrburg. In diesem Kaufbrief wird der Hof „Hunolsteiner Hof“ genannt, wie schon 1284. Verkauf mit Land und Leuten bezeugt, dass damals schon die Grundhörigkeit bestand; die zum Hof gehörigen Bauern gingen beim Verkauf mit. Verkauf mit Gerichten hoch und nieder besagt, dass zum Hof eine hohe Gerichtsbarkeit (über Leib und Leben) gehörte. Die Überlieferung von einer Hochgerichtsstätte mit Galgen auf dem „Galgenhügel“ erhält durch diese Urkunde eine gewisse Berechtigung. Aus den Verkäufen ist zu erkennen, dass die Verwalter des Hofes recht oft wechselten.

Ein dritter Hof zu Sensweiler wird mit dem Simonshof gleichzeitig genannt: der Kulmannhof. Damit sind für das Dorf drei Höfe durch Urkunden belegt. Nach der Überlieferung werden noch genannt: Hubertus- und Jakobshof. Bis jetzt sind in den Archiven keinerlei Belege hierfür gefunden worden. Die Herkunft der Überlieferung ist nicht festzustellen. Die verlorene Schulchronik enthielt auch nicht mehr als die Namen. Ob die bezeugten Höfe auf ihrem Weg durch die Dorfgeschichte diese Namen einmal führten, ist auch unbewiesen. Für den Simonshof ist sein Name über 500 Jahre bezeugt. Der Croppenhof war sponheimisch und kommt nur so vor. Ob man den Flurnamen „Uwerschbetz“ „Hubertsbitz“, also mit dem „Hubertushof“ koppeln darf, ist auch unsicher. Was mit einem Hof sprachlich zusammenhängt, heißt in der althochdeutschen Form „hubisch“, d.h. zu einem Hof gehörig, von einem Hof herrührend. In der mittelhochdeutschen Sprache erscheint „hövesch“ und „huvesch“, „hubesch“ und kann für jeden Hof gelten. Das Wort hat seine Bedeutung erweitert und seinen Sinn übertragen auf „höfisch“, d.h. hofgemäß, von feinen Manieren, wie sie „bei Hof“ wenigstens äußerlich üblich waren; seine letzte Bedeutung steckt in unseren Wort „hübsch“. Was hübsch war, galt ursprünglich als vom feinen höfischen Benehmen herrührend. Damit kann „Uwerschbetz“ auch ganz einfach als von irgendeinem Hof herrührend gedeutet werden. Wegen dieser Unsicherheit sollte man den „Hubertushof“ nicht zwingend mit dem Flurnamen belegen oder zu beweisen versuchen. Über die Lage der Höfe ist außer dem Croppenhof am Hauel ebenso nichts Sicheres bekannt. Die Lage „An der Mauer“ deutet auf Bauwerke. Das Gerichtsweistum der Wildenburg 1574 kennt diesen Punkt und nennt ihn „An der Steinmauer“, von einem Hof ist nicht die Rede. Sicher sind für Sensweiler nur: Simons-, Kulmanns- und Croppenhof. Unterhalb des Friedhofes gab es früher „Kulmannsäcker“.

Vom Leben der Hofbauern oder „Hübner“ im Mittelalter

Die Bauern oder Hübner gehörten als grundhörig, später auch als leibeigen, zu dem Hof. Da jeder Mensch eine Steuer- und Arbeitskraft bedeutete, war die Freizügigkeit beschränkt. Jeder musste bleiben, wo er wohnte. Wer in das Gebiet einer anderen Herrschaft verziehn wollte, zahlte dem bisherigen Herrn den Auszug. Das waren meist bis 10% seines Vermögens. Dem neuen Herrn war der Unterzug zu geben, wieder 10% . Diese Bestimmungen wurden oft umgangen, was zu fortgesetzten Tagen die Schöffen der Wildenburger mit denen von Allenbach am unteren Gladenbach und verrechneten dort die gegenseitigen Forderungen.

 

Sehr drückend waren die zahlreichen Steuern und Abgaben zum Unterhalt der Landesherren. Die Bede: eine Grundsteuer, die als Mai- und Herbstbede erhoben wurde. Das „Besthaupt“: eine Erbschaftssteuer. Beim Tode eines Bauern wurde das beste Stück Vieh aus dem Stall abgegeben. Die Abgaben wurden meist an bestimmten Kalendertagen in Natur erhoben: Fastnachtshühner, Thomasschweine, Jakobsgänse, Veithämmel, Martinsgänse. Von Halmfrüchten und Wiesen wurde der große Zehnte gegeben, der „Krautzehnte“ von Gemüse, Obstgärten; es gab Lieferungen in Brot, Bier, Wein, Honig, Wachs, Flachs, in Pfählen, Schindeln, Reifen, Ruten, Fackeln, Lohe, Mahl- und Backgeld; für den Unterhalt der Vögte und Amtmänner den Schirm- oder Vogthafer, Dienstgeld, Heiratsgebühren und vieles anderes. Es gab kaum einen Erwerb, der nicht versteuert wurde. Sehr drückend waren auch die Frontarbeiten. Herrenland musste im Vorrang vor eigenen Arbeiten bestellt werden. Weitere Fronen betrafen Holzfällen, Treiberdienste, Wegefahrten. Wer sich einer dieser Pflichten entzog, der bekam Prügel- oder Turmstrafe auf der Wildenburg. Eine eigenartige Fron war auch der Postdienst. Der ging für 2 Tage in der Woche reihum. Es gab einen Postdienst von Sensweiler nach Birkenfeld, ebenso einen Postweg nach Kirn und Grehweiler. Für weite Wege lösten die Fröner sich in bestimmten Dörfern nach Art einer Stafette ab. Das Weistum von Sensweiler (1520-1550) nennt zwei besondere Abgaben, die ein Zeugnis für den Volkswitz sind. Jedes Bauernhaus hatte am Tage nach St. Veit (15. Juni) fünfthalb (= 4 ) Eier abzuliefern. Wenn einer das fünfte Ei dem Schultheißen nicht ganz geben wollte, so „soll man das Ei auf die Türschwelle legen und es mit einem Pflugsech durchhauen. Fällt es nach außen, so ist er abgabepflichtig, fällt es nach innen, muss er auch abgeben.“ Dieser Volkswitz mit dem Zinsei kommt auch in anderen Gegenden vor. Er will sagen: Zahl deine Steuern, sträub dich nicht, bezahlen musst du auf jeden Fall, beweise deinem Landesherrn eine gabefreudige Gesinnung! Eine weitere Abgabe dieser Art kommt nur in dem Sensweiler Weistum vor: der Schöffe erhebt von jedem Haus neun Trierer Fass Hafer und sechs Trierer Fass Korn. Wenn es einer nicht geben will, soll er eine andere mahlfähige Frucht nehmen. Daraus soll man einen Kuchen backen so groß wie ein Pflugrad und ihn gegen ein Pflugrad mitten in Feld stellen und eine Furche ziehen. Bricht der Kuchen, ehe man ans Ende kommt, ist man zur Abgabe verpflichtet, bricht der Kuchen nicht, gilt dasselbe. Auch diese Bestimmung hat den gleichen Sinn: Zahle und meckere nicht! Widerspruch hält nur auf! Das Wirtschaftsleben des Dorfes zeigt für das ganze Mittelalter und bis zum Anfang unseres Jahrhunderts das Bild eines bescheidenen Daseins kleinbäuerlicher Form. Mehr konnte die Landschaft ihren Kindern nicht bieten. Leibeigenschaft und fehlende Freizügigkeit hemmten auch jeden Unternehmungsgeist. Man war an die Scholle gebunden. Das zwang dann zur fortgesetzten Teilung der ohnehin schon kleinen Betriebe. Sämtliche Handwerke dienten nur dem eigenen Bedarf und waren nur lebensfähig in Verbindung mit dem zusätzlichen Ackerbau. Bodenschätze als Voraussetzung einer  Industrie gab es nicht. Der Sensweiler Stahlhammer mag vorübergehend einigen Leuten geringen Verdienst gebracht haben. Er wurde von einem Johannes Clarenbach aus dem Solinger Gebiet (Lannep) errichtet, weil genügend Wasserkraft und vor allem reichlich Holz vorhanden war. Er wurde 1716 an den Hüttenherrn Melchior aus Haggenburg/Sieg verkauft und kam 1737 an den Hüttenherrn Johann Nikolaus Stumm/Asbach. Der Raubbau am Wald und der Mangel an Rohstoffen zwang die Firma Stumm zum Aufgeben ihrer Betriebe und Verlegung ins Saargebiet, wo auf den Bodenschätzen der Kohle die Voraussetzungen für eine Großindustrie gegeben waren. Die beiden Hämmer bei Sensweiler wurden 1864 stillgelegt, die Arbeiter wanderten ab. Unser Dorf blieb ein Bauerndorf.

Wenn wir nun die Frage stellen: wie lebten die Menschen damals? Dann können wir nur sagen, dass die Bezeichnung „arme Leute“ für die Untertanen des Mittelalters, auch für unser Dorf zutrifft. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts gab es keine Kartoffeln, keinen Klee. Schweine und Rindvieh gingen auf die gemeinsame Weide, auf Brachfelder, Ödland, auch auf Wiesen nach der Grummeternte. Und um diese gab es ständig Streit. Sie wurden meist ab Michelstag freigegeben (29. September). Die erstrebte Vorverlegung um 14 Tage minderte die Aussicht auf bessere Grummeternte, und um diese Frage stritt man sich dauernd. Mit der Einführung der Stallfütterung und des Kleeanbaus wurde es besser. Haferbrei und Graupensuppe waren die täglichen Morgen- und Abendmahlzeiten, bis die Kartoffel aufkam und den häufigen Hungersnöten bei Missernten der Halmfrüchte Einhalt gebot. Alles, was der Mensch zum Leben brauchte, erzeugte er meist selbst.

Große Schafherden lieferten die Wolle für Männer- und Frauenkleidung. Unverwüstlich waren Röcke und Hosen aus dem Hochwälder „Dierde“. Man pflanzte Flachs, der auf den „Brechkaulen“ geröstet wurde. Den ganzen Winter über schnurrten die Spinnräder, die damals in jedem Haus mehrfach vorhanden waren und durch Drechsler im Ort hergestellt wurden. Bei schwierigen Arbeiten half man sich gegenseitig. So hechelten die Frauen in Nachbarhilfe gemeinsam ihren Flachs, wobei es flink zuging; auch mit der Zunge wurde dabei „durchgehechelt“, was im Laufen eines Jahres im Dorf geschehen war. In den meisten Häusern knuppten die Webstühle und webten das kräftige Bauernleinen. In den „Bauchbütten“ wurde es in heißer Aschenlauge „gebraucht“, vorgebleicht. Und wenn die Frühjahrssonne vom blauen Hochwaldhimmel leuchtete, dann lagen auf den Wiesen in langen „Spreiten“ die Leinenbahnen, wurden mit dem klaren und kalkfreien Wasser der Bäche ständig gesprengt – Wasser und Sonne zauberten aus dem grauen Tuch ein „Weiß, das sich sehen lassen konnte“, das „beste Waschmittel, das es je gab!“ Den ganzen Winter hindurch klopften die Dreschflegel ihren Takt. Arme Leute fanden als Tagelöhner dabei geringen Verdienst. Auch bei dieser Arbeit, die morgens bei Laternenlicht begann und mit ihm bis zum Abend dauerte, ging es ohne Rast und Ruhe zu. Von einer besonders emsigen Bauersfrau erzählte man sich im Dorf: sie half in der Scheune mit, beim Wenden der Garben lief sie in die Küche, schürte das Feuer, beim letzten Wenden am Mittag schöpfte sie die Erbsensuppe in die Teller, rief die Drescher beim letzten Flegelschag ins Haus an den Tisch und sparte die Zeit für das Tischgebet noch ein: „Dier kennt gleich aanfänge, eich honn schon gebääd!“ Nach dem letzten Löffel ging es dann weiter. Man schlief auf gedroschenem Bettstroh, auf der mit Haferspreu gefüllten „Ziech“ gesund und warm. Der bescheidene bäuerliche Charakter blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts im Dorf erhalten. Eine Aufzeichnung aus dem Jahre 1846 gibt uns einen Einblick in Lohn und Preise. Der Taler hatte damals 30 Silbergroschen zu 12 Pfennig. Ein achtpfündiges Brot kostete 4 Silbergroschen und zwei Pfennig, später sogar 7 Silbergroschen, das Pfund Rindfleisch zwei Silbergroschen, ein Pferd 45 Taler, ein Ochse 30, ein Kalb 8, ein Schaf 3 und ein mittleres Schwein 6 Taler. Ein Mann verdiente am Hütteofen auf dem Hammer in 12 Stunden den Gegenwert eines achtpfündigen Brotes. Hammergehilfen erhielten für ein 15stündige Arbeitszeit 9 Silbergroschen, ein Hammerschmied für seine Arbeit von 4 Uhr morgens bis 19 Uhr Abend 20-22 Silbergroschen. Der Tagesverdienst eines Lehrers betrug etwa 8 Silbergroschen. Eine Magd erhielt freie Kost, einen Teil der Kleidung und jährlich 36 Taler. Das war „die gute alte Zeit!“

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Neuzeit

Die französische Revolution beendete das Mittelalter und beseitigte die Kleinstaaten. Von 1816 ab gehörte unsere Heimat als Kreis Bernkastel und Bezirk Trier zu Preußen. Das Dorf Sensweiler kam zur neugebildeten Bürgermeisterei. Die erste Beurkundung beim Standesamt datiert vom 2.1.1817 unter dem Bürgermeister E. Weyrich, die letzte vom 22.8.1842 unter Bürgermeister Schieber. Dann kam die Verwaltung nach Wirschweiler, zeitweise nach Allenbach und am 1.1.1886 als Amt Kempfeld nach Kempfeld. Nur langsam entwickelte sich im 19. Jahrhundert eine bessere Wirtschaft. Das Dorf blieb ein Bauerndorf. Erst mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts setzte rasch eine Wandlung ein. 1871 wurde die Idarstraße gebaut. Sie ging noch am Dorf vorbei. 1893 liefen die ersten Dorfbrunnen der neuen Wasserleitung aus dem „Eichelbure“. 1908 folgte eine Wasserleitung mit Hausanschlüssen. An Stelle der Dreschflegel traten die ersten Hausdreschmaschinen mit Göpelwerken. Dann folgte eine Genossenschaftsmaschine. 1929 wurde die Straße nach Katzenloch gebaut. Dann folgte die Landzusammenlegung 1930. Der Anschluss an den Verkehr brachte Handel und Wandel.

 

Die Einführung der Elektrizität ermöglichte die Verlegung der Schleiferei Betriebe in die Dörfer. Die Edelsteinschleiferei ließ neue Betriebe im Dorf entstehen. Kleinbauernstellen gaben auf, weil das Gewerbe allein den Lebensunterhalt sicherte. Die Bauernbetriebe wurden modernisiert. An Stelle des Zugviehes traten die Traktoren, von denen z. Zt. 24 im Dorf laufen. Mähdrescher erledigen die Arbeiten in kurzer Zeit. Die Pferde sind verschwunden. Um 1900 konnte noch der Sattler Vollrad Beuerle von dem Bedarf der Landwirtschaft leben, dann gab er auf. Das Tempo der Zeit wurde schneller. Zurzeit laufen einschließlich der Lastwagen 63 Autos im Dorf. Der Aufstieg der Wirtschaft zeigt sich auch in der Gründung eines Spar- und Darlehenskassenvereins seit 26.9.1931. Seine Mitgliederzahl begann mit 20 und stieg bis heute auf 116. Die Genossenschaft erfasst auch Wirschweiler und Langweiler. Zum anfänglichen Warenverkehr kam das Kreditwesen hinzu, 1956 folgte der Geldverkehr auf dem Giroweg. Der Jahresumsatz stieg von 300.000.- DM auf über 420.000.- DM. Spareinlagen 350.000.-DM. Ein Blick auf die Einwohnerzahlen macht die Entwicklung der Neuzeit noch deutlicher: 1515 13 Haushaltungen, 1542 = 29, 1680 9 Familien, 1968 = 15, 1704 19, 1785 29, 1802 198 Einwohner, 1843 303, 1923 350. Heute zählt das Dorf 496 Einwohner, davon 77 Schulkinder und 60 Kinder unter 6 Jahren. Die Zahl der auswärts Beschäftigten beträgt etwa 62 Personen, das sind rund 17% der im Erwerbsleben stehenden Einwohner. Die Menschen sind also zum Teil beruflich der bäuerlichen Entwicklung entfremdet und abhängig geworden von der industriellen allgemeinen Gestaltung des Lebens der Neuzeit.

Kirche und Schule

 

Das Dorf hat eine sehr alte Kirche. Seinen Turm rechnet man der Mitte des 13. Jahrhunderts zu. Aber als christliche Kultstätte wird man viel weiter zurückgehen dürfen, in die Zeit, in der die ersten Klöster vom Westen aus Mission trieben und auf den Resten der römischen Kolonisationszeit in Form von kleinen Kapellen das erste christliche Leben aufbauten. Unser Dorf darf sich rühmen, eine der ältesten Glocken Deutschlands zu haben. Sie trägt einen doppelten Glockenspruch, was sie besonders wertvoll macht. Der eine heißt „o rex glorie veni cum pace. Nicolaus + magister Johannes + sripsit – amen“ Deutsch: O König der Ehren, komm mit Frieden! Nikolaus-Magister Johannes schrieb (dieses). Dieser Spruch ist der älteste bei vielen Glocken in Deutschland, Frankreich, Spanien. Er kommt als Kirchengebet bereits u 1046 vor und wurde auf die Glocken übernommen, als man im 12. Jahrhundert die Kirchen mit diesen ausstattete. Der zweite Spruch enthält die Nomen der vier Apostel: „sanktus, johannes, lucas, marcus, matheus“. Die Namen der Apostel setzte man ebenfalls in der Frühzeit auf die Glocken, und zwar nach den vier Windrichtungen: sie sollten das Evangelium nach allen vier Winden verkünden. Es gibt nur wenige Glocken, die nebeneinander beide Inschriften tragen. Das Alter der Glocke ist ungewiss, ebenso kann man nicht sagen, ob mit dem Namen Nikolaus der Glockengießer oder Schutzheilige der Kirche gemeint ist. Der Magister Johannes hat wohl die Inschrift entworfen. Als Magister ist er nicht der Glockengießer, sondern nach damaligen Brauch ein gelehrter, studierter Mann. Die Maße der recht kleinen Glocke und die Technik der Schriftausführung lassen es zu, das Alter um 1200 zu bestimmen.

 

Über das Schulwesen der Feudalzeit kann gesagt werden, dass die kleinen Landesherren wenig für die Bildung taten. Sie hatten dafür kein Geld und noch weniger Verständnis. Die Kinder mussten in der Landwirtschaft mithelfen, besonders beim Viehhüten. Man ging im Winter in eine Schule – nicht im heutigen Sinn. Die Lehrer waren meist Handwerker, die lernwillige Kinder in ihrer Werkstatt versammelten und ihnen bescheidene Kenntnisse im Schreiben, Lesen und Rechnen beibringen sollten. Die Winterschulen waren allgemein üblich. Jedoch hatten Sensweiler und Kempfeld bereits um 1800 durchgehende Schulzeit. Das erste Schulhaus in Sensweiler soll das Backhaus beim ehemaligen Heilmannshaus gewesen sein. Dann war das Hirtenhaus, heute „Im Eck“ Nr.1, die Dorfschule. In einem kleinen Raum waren zeitweise 60 und mehr Kinder zusammengepfercht. 1864 entschloss man sich zum Bau der heute noch vorhandenen „alten Schule“, die 1953/54 durch ein neuzeitliches Haus abgelöst wurde. Über die Lehrer der früheren Zeit sind leider keine sicheren Unterlagen vorhanden. Es gab einen Lehrer Masting, der in die Familie Weirich einheiratete. Seine Tochter brachte den Namen „Mastiks“ in die Familie Bremm. Dann wird ein Lehrer Schuch genannt, dem Lehrer Überl ab 1873 folgte. Er wurde 1898 nach Wiebelskirchen versetzt und abgelöst von dem heute noch in Ottweiler lebenden 86 jährigen Oberlehrer Fritz Bolz. Damit seien die Bilder aus der Dorfgeschichte abgeschlossen. Vieles muss hier ungesagt bleiben und einer größeren Dorfchronik vorbehalten bleiben.

Überblicken wir noch einmal den erfassbaren Zeitraum der Dorfgeschichte, dann erkennen wir, dass er lang und voll wechselreicher Schicksale gewesen ist. Was die Landschaft den Menschen an bescheidenen Daseinsbedingungen bot, das haben sie in zäher Arbeit aufgegriffen, gestaltet und festgehalten, immer getragen vom heimatlichen Boden. Unsere Zeit scheint andere Wege zu gehen. Man sagt, das läge im Zuge der Zeit. Mag sein! Aber es ist doch eine Gefahr dabei: wer weiß, wohin diese Entwicklung treibt? Sie lässt die Menschen immer weiter von den natürlichen Lebensbedingungen los und liefert sie Verhältnisse aus, die ihre natürliche Sicherheit gefährden. Möge es den kommenden Geschlechtern immer bewusst bleiben, dass nur eine Heimat den Menschen hebt und trägt!

 

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